Cloerkes, G. (2007). Soziologie der Behinderung. Eine Einführung. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Ein hervorragendes Lehrbuch und Nachschlagewerk für alle Praktiker, die einen soziologischen Blick auf "Behinderung" einnehmen wollen. Gut verständlich geschrieben, fundiert und mit Bezug auf aktuelle Themen des Bereichs (Behinderung als soziales Problem, Inklusion, Institutionalisierung von Behinderung etc.).

Auf über 400 Seiten gibt Cloerkes in 10 Kapiteln einen Überblick über relevante Bereiche: Er klärt die soziologische Perspektive von Behinderung und Menschen mit Behinderungen, definiert Behinderung als soziales Problem, gibt einen Überblick über die Institutionalisierung von Behinderung, zeigt sozio-ökonomische Bedingungen auf und macht Ausführungen über Einstellungen und Verhalten gegenüber behinderten Menschen. Des Weiteren geht Cloerkes auf Behinderung als Stigma, Inklusion und soziale Integration von Menschen mit Behinderungen, Familien mit behinderten Kindern und die Freizeit behinderter Menschen ein. Das Schlusskapitel widmet er dem Thema Sonderschullehrer und Menschenbild.

Einem reichhaltigen Literaturverzeichnis folgt noch eine Zusammenstellung nützlicher Internetadressen zum Themenbereich.

...what about...

Selbstbestimmung, Vollzug und Pragmatik

"Der Begriff Selbstbestimmung besitzt auch eine vollziehende Dimension, im Sinne von Macht über etwas haben oder vollziehendem Handeln." (S. 24)

"Selbstbestimmung bezieht sich auf ein einzelnes Wesen, das sich erkennt indem es sich definiert und Macht über sich ausübt." (S. 29)

"In dem pragmatischen Verständnis geht Selbstbestimmung nicht gänzlich in Handlungsfreiheit über." (S. 28)

"Selbstbestimmung ist bei Menschen mit schwerer geistiger Behinderung unabdingbar auf die Anerkennung durch andere angewiesen." (S. 65)

"Bezeichnend für das pragmatische Verständnis von Selbstbestimmung ist die konkrete relative Handlungsfreiheit." ( S. 28)

 

Weingärtner, C. (2009). Schwer geistig behindert und selbstbestimmt. Eine Orientierung für die Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.