Cloerkes, G. (2007). Soziologie der Behinderung. Eine Einführung. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

Ein hervorragendes Lehrbuch und Nachschlagewerk für alle Praktiker, die einen soziologischen Blick auf "Behinderung" einnehmen wollen. Gut verständlich geschrieben, fundiert und mit Bezug auf aktuelle Themen des Bereichs (Behinderung als soziales Problem, Inklusion, Institutionalisierung von Behinderung etc.).

Auf über 400 Seiten gibt Cloerkes in 10 Kapiteln einen Überblick über relevante Bereiche: Er klärt die soziologische Perspektive von Behinderung und Menschen mit Behinderungen, definiert Behinderung als soziales Problem, gibt einen Überblick über die Institutionalisierung von Behinderung, zeigt sozio-ökonomische Bedingungen auf und macht Ausführungen über Einstellungen und Verhalten gegenüber behinderten Menschen. Des Weiteren geht Cloerkes auf Behinderung als Stigma, Inklusion und soziale Integration von Menschen mit Behinderungen, Familien mit behinderten Kindern und die Freizeit behinderter Menschen ein. Das Schlusskapitel widmet er dem Thema Sonderschullehrer und Menschenbild.

Einem reichhaltigen Literaturverzeichnis folgt noch eine Zusammenstellung nützlicher Internetadressen zum Themenbereich.

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Selbstbestimmung und Interpretation

"Über den Begriff Selbstbestimmung ist in Bezug auf Menschen mit Assistenzbedarf bereits viel publiziert worden (...). Ein zentraler Punkt ist hierbei die Interpretation des Begriffs. Selbstbestimmung bedeutet nicht, dass sich behinderte Menschen selbst überlassen sind oder, wie eine Mitarbeiterin berichtete [...]. Selbstbestimmung bewegt sich immer im Spannungsfeld zwischen dem, was eine Person für sich selber möchte (individuelle Kategorie) und dem, was im Kontext einer Gruppe bzw. der Gesellschaft möglich ist (soziale Kategorie) (Theunissen, Plaute 1995)" (S. 79)

Niehoff, U. &Schablon, K.-U. Selbstbestimmung und Teilhabe: Welches Rüstzeug brauchen professionelle Unterstützer? In: Hähner, U., Niehoff U., Sack, R. Walther H. (2005). Kompetent begleiten: Selbstbestimmung ermöglichen, Ausgrenzungen verhindern!. Die Weiterentwicklung des Konzepts »Vom Betreuer zum Begleiter«. Marburg: Lebenshilfe Verlag.