Weijenberger, J. & Kuper, J. (2005). Eltern professionell begleiten. Eine Herausforderung von Kindergarten bis Heimerziehung. Assen: Koninklijke van Gorcum.

Ein Thema, welches man in vielen Feldern der Sozialen Arbeit und Behindertenhilfe findet - die konstruktive und gelingende Kontaktgestaltung zu Angehörigen. Die Autoren entwicklen ihr Konzept am Beispiel der Jugendhilfe, allerdings lassen sich die Aussagen auf die Behindertenhilfe übertragen. Nach einem Abriss über die Entwicklung von Familie und familienorientierter Sozialarbeit, schaffen Weijenberger und Kuper den systemischen Rahmen für ihr Konzept. Nach Ausführungen über systemische und kommunikationstheoretische Aspekte geht es direkt an die Familie, denn die Begleitung von Eltern betrifft die Begleitung der Familie; es geht um Loyalitäten, Koalitionen und Disqualifikationen innerhalb der Familie; es werden übersichtliche Schemata aufgezeichnet. Abschließend gehen Weijenberger und Kuper auf wichtige Fertigkeiten der pädagogischen Mitarbeiter, sowie auf Gespräche in Familien mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ein und geben zusammenfassende Empfehlungen. Als einführendes Arbeitsbuch ist die Veröffentlichung zu empfehlen, die Abbildungen zu verschiedenen Konstellationen in der Familie sind einprägsam und lassen sich ohne große Probleme direkt in die Praxis übertragen.

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Basale Selbstbestimmung

Elemente basaler Basale Selbstbestimmung (Überwindung des intellektuell verkürzten Verständnis von Selbstbestimmung, welches, zu Ende gedacht, Menschen mit schwerer geistiger Behinderung ausschließen würde (S. 93):

1. Selbstentscheiden - dem Menschen mit geistiger Behinderung bei den kleinsten Angelegenheiten des Alltags die Möglichkeit geben, zu entscheiden (Autonomieprinzip).

2. Erfahren der eigenen Wirkung - (Notwendigkeit der) Erfahrung, dass die eigene Aktivität grundsätzlich zu einem Resultat führt (Ausbildung der Kopplung von Handlung und Erfahrung).

3. Selbsttätigkeit - Selbstbetätigung im Sinne einer motorischen Aktivität aus eigenem Impuls, im eigenen Rhythmus. Selbstbestimmung wird hinsichtlich der kognitiven Anforderungen voraussetzungsloser. (S. 77 ff.)

 

Weingärtner, C. (2009). Schwer geistig behindert und selbstbestimmt. Eine Orientierung für die Praxis. Freiburg im Breisgau: Lambertus.