Steinert, E. & Thiele, G. (2008). Sozialarbeitsforschung für Studium und Praxis. Frankfurt a.M.: Internationaler Verlag der Wissenschaften.

Steinert und Thiele integrieren in diesem Band die Sichtweisen und Methoden der qualitativen (vgl. Mayring) und quantitativen (vgl. Schaffer) Sozialforschung. Sie orientieren sich dabei eng an der Praxis und stellen die beiden Ansätze gegenüber. Hierdurch verdeutlichen sie die Unterschiede und die Möglichkeiten der Kombination beider Methoden. Sowohl separat als auch als Brücke und Ergänzung zu den Standartwerken von Schaffer und Mayring zu gebrauchen. Empfehlenswertes Buch für Personen, die die Praxis forschend oder evaluierend begleiten (möchten).

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Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.