Schulz von Thun, F.; Ruppel, J; Stratmann, R. (2002). Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Schon das Vorwort beginnt mit einer tiefen Wahrheit: "Durch hervorragende fachliche Leistungen nach oben gekommen, haben wir Führungskräfte es plötzlich und folgenreich mit Menschen zu tun! Dem Strategen mit dem kühlen Kopf geht jetzt vieles ans Herz und manches an die Nieren. Und manchem, der das Herz auf dem richtigen Fleck hat, wird plötzlich klar, dass dieses Herz auf dem Feld der Professionalität gar nichts zu suchen hat. Oder doch?" (S. 9). Nach einer Darstellung seines Modells des vierfachen Gehalts einer Äußerung geht Schulz von Thun auf Zirkularität (Teufelskreise), innere Pluralität, das Werte- und Entwicklungsquadrat, die Logik sozialer Situationen und Kompetenzen der Gesprächsführung ein, gibt im Anschluss daran noch Fallbeispiele zu typischen Auseinandersetzungsthemen für Führungskräfte: Unpünktlichkeit, Langsamkeit, Unorganisiertheit, Vielredner usw. Das Buch bündelt in konzentrierter und eindeutiger Form die zentralen Aussagen der Miteinander reden Reihe und bezieht die Inhalte konsequent auf die Erfordernisse für Führungskräfte.

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Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.