Pühl, H. (2005). Angst in Gruppen und Institutionen. Berlin: Leutner.

Das Buch richtet sich an Tätige im Feld Sozialer Arbeit und Behindertenhilfe, die Verantwortung für Mitarbeiter tragen oder Gruppenstrukturen tiefer verstehen wollen. Anhand eines beispielhaften Supervisionsprozesses zeichnet Pühl die Bedeutung der Angst in Institutionen nach, zeigt die Zusammenhänge zwischen Struktur und Angstbindung auf. In früheren Ausgaben trug das Buch den Untertitel "der Einzelne und sein unbewusstes Gruppennetz". Pühl argumentiert, dass sich in den Hierarchiestrukturen traditioneller Organisationen Machtstrukturen ausbilden, die die Angst von Mitarbeitern latent binden. Gleichzeitig sorgen die gebundenen Ängste für ein hohes Maß an Abhängigkeit und teilweise aggressive Haltungen von Mitarbeitern gegenüber ihren Vorgesetzten, so dass in entsprechenden Organisationen dynamische Entwicklungsprozesse unter Beteiligung aller Organisationsmitglieder faktisch ausgeschlossen sind.

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Selbstbestimmung und Karriere

"Man traut sich mit einer karrieregünstigen Biographie mehr, mit einer entmutigenden Biographie weniger zu. Wenn es keine anderen Gründe für die laufende Regenerierung von Ungleichheit gäbe: durch Karrieren allein würden sie zustande kommen." (S. 197)

Luhmann, N.: Copierte Existenz und Karriere. Zur Herstellung von Individualität. (S. 197) In: Beck, U. &Beck-Gernsheim, E. (Hg; 1994; S. 191-200). Riskante Freiheiten. Individualisierung in modernen Gesellschaften. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.