Goffman, E. (1967). Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Goffman setzt sich kritisch mit Normalität und Abweichung auseinander. Menschen mit Körper-, Geistes- und Charakterdefekten fasst er zur Gruppe der Stigmatisierten zusammen, diese wiedrum unterteilt er in Personen mit sichtbaren und Personen mit unsichtbaren Stigmatisierungen. Aus diesen Zeichnungen, die eine Differenz zur Norm darstellen erwachsen Probleme des Mangels an Anerkennung, Achtung und Sympathie der "Normalen" gegenüber den Stigmatisierten. Stigmatisierte Personen lösen Beklemmungen aus, werden ausgegrenzt und abgelehnt, besonders im Zusammenhang mit der Sichtbarkeit (Visibilität) des Stigmas. Aus dem Klappentext: "Wir Normalen verhalten uns so, als ob stigmatisierte Personen nicht ganz menschlich seien und üben, wenn auch oft unbewußt, eine Vielzahl von Diskriminierungen aus, durch die wir ihre Lebenschancen stark beeinträchtigen. Wir konstruieren Theorien, welche die Inferiorität und Gefährlichkeit Stigmatisierter nachweisen sollen manchmal nur, um auf ganz andere Differenzen -z.B. soziale Klassendifferenzen - beruhende Animositäten zu rationalisieren."

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Selbstbestimmung: Dimensionen

"Der Anspruch über alle Bereiche der eigenen Lebensführung frei und ohne Zwang durch andere entscheiden zu können. Das Selbstbestimmungsrecht eines jeden Menschen ist in Deutschland ein durch die Verfassung garantiertes Recht (Artikel 2 Grundgesetz). Im völkerrechtlichen Sinne beinhaltet das Selbstbestimmungsrecht der Staaten, dass alle Völker und Nationen ihren politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Status frei bestimmen können.

Für die Emanzipation behinderter Menschen spielt das Recht auf Selbstbestimmung eine zentrale Rolle, da dieses Recht auch über den Verfassungsanspruch hinaus in der politischen und sozialen Praxis in Deutschland erst durchgesetzt werden musste und muss." (S. 873)

 

Zirder, H. (Hg; 2003). Was wollen wir, wenn alles möglich ist? Fragen zur Bioethik. München: DVA.