Dechmann, B., Ryffel, C. (2001). Soziologie im Alltag. Eine Einführung. Weinheim und Basel: Beltz.

Praxisorientierte Bestseller-Einführung in soziologische Grundthemen. Anschaulich, verständlich und unterhaltsam geschrieben. Die Inhalte werden didaktisch gut vermittelt, es macht Spaß, das Buch zu lesen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, verwendete Fachbegriffe anschaulich erklärt. Das Buch führt in verschiedene Grundbegriffe der Soziologie ein, die erläutert und in Bezug auf die Möglichkeit des "angewandten soziologischen Denkens" mit der Praxis verknüpft werden. Ein rundweg gelungenes Einsteigerbuch in die Grundzüge soziologischen Denkens.

Dechmann und Ryffel stellen nach einer Erklärung über das soziologische Denken dessen Anwendungsmöglichkeiten auf das Individuum, kleine Gruppen, die Organisationsebene und die Gesellschaftsebene dar.

Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.