Dahmer, H. & Dahmer, J. (1999). Gesprächsführung. Eine praktische Anleitung. Stuttgart: Thieme Verlag.

Dahmer & Dahmer stellen das Konzept der auxiliären Gesprächsführung vor. Die auxiliäre Gesprächsführung soll den Klienten darin unterstützen, Lösungen für seine Probleme zu finden. Hierzu bedient sich das Konzept vorwiegend Elementen der Klientenzentrierten Gesprächsführung und seltener der Beraterzentrierten Gesprächsführung. Wesentliche Elemente sind das Aktive Zuhören und Formen der Resonanz, die den Klienten auf dem Weg zu einer für ihn stimmigen Lösung unterstützen. Dahmer & Dahmer beschreiben Voraussetzungen für die praktische Durchführung auxiliärer Gespräche (vertrauliche Situation, den Klienten sichern, Vertrauen schaffen) und den praktischen Gesprächsablauf. Danach gehen sie auf die Haltung des (verbalen und nonverbalen) Aktiven Zuhörens und emotionale Anteile im auxiliären Gespräch (Mitfühlen, Vertiefung, Abwehrmechanismen) ein. Teil drei des Buches setzt sich mit dem Thema Resonanz auseinander und gibt Hinweise auf Fallgruben der auxiliären Gesprächsführung. Im Anhang werden Beispielfälle und Aufgabensammlungen mit Lösungen angeboten.

Erlernte Hilflosigkeit

- Hilflosigkeit und Apathie können erlernt werden: Leben Menschen in Institutionen, in denen alle Entscheidungen abgenommen werden, entwickeln sie entsprechendes Verhalten

- Abnehmen von Entscheidungen, Handeln ohne Erfolg oder Konsequenz haben Auswirkungen auf die Motivation und die Kognition (vgl. Deci &Ryan: Selbstbestimmungstheorie der Motivation): "Verliert der Mensch die Kontrolle über die Konsequenzen seines Verhaltens, so erlebt er sein Handeln als unsinnig, dies verringert seine Motivation zum Handeln, er reagiert apathisch und hilflos." (S. 176)

- Einfluss auf die Kognition: Nach Erfahrung der Unkontrollierbarkeit hat der Mensch Schwierigkeiten wieder zu lernen, dass seine Reaktionen einen Einfluss haben

- Glaube, dass Erfolg und Misserfolg unabhängig vom eigenen Können sind

- Bewohner in Institutionen sollte ein größtmögliches Maß an Selbsttätigkeit und Selbstentscheidung erhalten bzw. ermöglicht werden

- Selbstbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten sind daher nicht nur pädagogische Ziele auf Grundlage eines Menschenbildes, das den autonom handelnden individuellen Menschen im Blick hat, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die psychische Gesundheit des Menschen und damit für seine physische Existenz (S. 176)

 

Thesing, T. (2009). Betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften für Menschen mit geistiger Behinderung. Freiburg im Breisgau: Lambertus.